Das Heute im Gestern

DIE LINCOLN VERSCHWÖRUNG

Abraham Lincoln war einer der Gründerväter der US-amerikanischen Nation. Die Erinnerung daran hat sich diese Nation gleich mehrfach in Stein bzw. ins visuelle Gedächtnis gehauen. Lincoln initiierte die Abschaffung der Sklaverei und zwang die abtrünnigen Südstaaten in einem blutigen Bürgerkrieg zurück in das amerikanische Staatenbündnis mit dem Norden. Neben Kennedy war er aber auch eines der spektakulärsten Attentatsopfer der US-Geschichte. Karfreitag 1865, kurz vor Kriegsende und dem Beginn seiner zweiten Amtsperiode als US-Präsident, schoss man ihm bei einer Theateraufführung in den Kopf.


Auf den ersten Blick irritiert dieser Film: DIE LINCOLN VERSCHWÖRUNG, im Originaltitel THE CONSPIRATOR, flittert als sattes Historiendrama über die Leinwand; formal gediegen und ohne erkennbaren Mehrwert für die Institution Kino. Dafür mit offenkundigen Ähnlichkeiten zu Doku-Fictions einschlägiger Fernsehkanäle. Unweigerlich drängt sich die Frage nach dem Warum auf. Warum soll man sich so etwas anschauen? Warum erzählt Robert Redford solch eine Geschichte?

R.I.P. George Kuchar

George Kuchar
31. August 1942 – 6. September 2011

Der experimenteller Filmemacher, Professor am San Francisco Art Institute und übrigens auch Lehrer des Regisseurs und Berlinale-Sektionsleiters Wieland Speck, verstarb in der Nacht zum 7. September nach längerer Krankheit 69-jährig.

Sein Einfluss und sein Eintreten für ein freies und kreatives Filmemachen sind unschätzbar und bleiben hoffentlich unvergessen.

Zwei seiner Filme finden sich auf Youtube...






Die Filmplattform MUBI bringt eine kleine Würdigung: http://mubi.com/notebook/posts/george-kuchar-1942-2011

Abgrund//Neuanfang

FJELLET - The Mountain


Die erste Begegnung zwischen einem Film und seinem Zuschauer findet vor dem Gang ins Kino statt. Bevor uns ein Film erreichen kann, erreicht uns zuerst Text über das Werk. Einfache Dinge wie eine Inhaltsangabe, eine Synopse oder eine Besprechung. Anhand dieser Texte treffen wir eine Vorentscheidung darüber, ob wir einen Film sehen wollen. Empfehlungen von Bekannten oder ein Trailer beeinflussen unsere Entscheidung für oder gegen das Anschauen zusätzlich. Bis zu diesem Zeitpunkt hat der Film als solches noch keinerlei Chance gehabt, für sich einzunehmen. Sitzt man vor dem Programm eines großen Filmfestivals wie der Berlinale, welches in wenigen Tagen mehrere Hundert Filme zeigt, werden diese Info-Häppchen zum einzigen Kriterium für die eigene Planung.