Interview mit Vaginal Davis RISING STARS, FALLING STARS November 2011

filmanzeiger & filmhighlights präsentieren: Rising Stars, Falling Stars - die Stummfilmreihe im Kino Arsenal - kuratiert von Vaginal Davis.

Im November 2011: Ein Komiker mit zwei Gesichtern, eine programmatische Carte Blanche und eine schwer erkältete Vaginal Davis unterwegs.


Rising Stars Falling Stars - with Vaginal Davis - November 2011 by Filmanzeiger on Mixcloud

Diesmal präsentiert Vaginal Davis eine programmatische Carte Blanche zum amerikanischen Traum und zeigt verschiedene Stumm-Kurzfilme u.A. mit THE POOL SHARK des Komikers W.C. Fields. Ein Mann, der auf der Bühne so lustig erschien, wie er im realen Leben tragisch war. Außerdem berichtet eine schwer erkältete Vaginal Davis von Performances mit Hindernissen in London & Barcelona

Rising Stars, Falling Stars
Kurzfilme u.A. mit THE POOL SHARK (1915) und MANHATTA (1921)
Live-Musik von John und Tim Blue
Samstag 19.11, 21:15 Uhr
Kino Arsenal

www.arsenal-berlin.de
blog.vaginaldavis.com
www.multicult.fm
www.facebook.com/filmhighlights

Sprecher: Vaginal Davis, Manuel Schubert (filmanzeiger)
Musikauswahl & Produktion: Manuel Schubert

„Porno ist total Dada!“

Rundgang durch das
6. Pornfilmfestival Berlin 2011

Wo liegen die Schnittstellen zwischen dem visuellen Erleben von vielgestaltiger Sexualität, (Film-)Kunst und gesellschaftlichen Fragestellungen? Die Kuratoren des Pornfilmfestival Berlin blieben sich treu und regten ihr Publikum auch im sechsten Jahrgang mittels 118 Kurz- und Lang-, Spiel- und Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilmen zur Suche nach Antworten an. Zudem rundeten Performances, Workshops, Diskussionen und Kunstausstellungen das Programm an den traditionell letzten vier Oktobertagen ab.

Courtney Trouble: ROULETTE TORONTO

Hervorstechend war die klare quantitative und qualitative Präsenz lesbischer Filmemacherinnen im Festival. Danielle Sipple und Elizabeth Weisbrot eröffneten die Kurzfilmrolle zum lesbischen Porno mit einem intensiven Stück, in welchem eine junge Frau, die Masturbations-Fantasie der Fixierung in einer Zwangsjacke durchlebt. TOOTH & NAIL hieß der dynamische und sieben Minuten kurze Film, in welchem die Regisseurinnen ihre Darstellerin Dylan Ryan in einen annähernd destruktiven Strudel eigener sexueller Vorstellungen schickten. Eine ähnliche Dynamik, wenn auch nicht destruktiv, sondern vielmehr sinnlich, entfaltete der Kurzfilm ALPHAFEMMES. Ein lesbisches Paar, in seinen körperlichen Typen höchst kontrastierend, entwickelt ein vordergründiges SM-Spiel von Unterwerfung und Dominanz zu einer fleischlich satten Session. Die Filmemacherin Anna Devia baute in den 23 Minuten ihres Films ein reizvolles Spannungsverhältnis zwischen dem innigen Sex der beiden Frauen und der Location auf.

Fetische waren in diesem Jahre ein prägendes Thema der Auseinandersetzung lesbischer Filmemacherinnen mit ihrem Sex. Julie Simone stellt eine 13-minütige Masturbationsfantasie aus Latex vor: In LATEX DREAMS wird für eine Frau, eingehüllt in das Material, die eigene Traumvorstellung unversehens zur sehr greif- und fühlbaren Realität. Auffallend ist an diesem Film die Arbeit mit Ton. Julie Simone überbrückt die nichtvorhandene Haptik des 2-D-Bilds durch eine Klangspur, die selbst kleinsten Details Aufmerksamkeit schenkt.