Jumping the Gate with John Blue & Vaginal Davis

LIVING ARCHIVE FINALE
RISING STARS FALLING STARS
WE MUST HAVE MUSIC!
On a Clear Day You Can See Forever | Vincente Minnelli

THE DEVIL'S BLIND SPOT
Jumping the Gate | John Blue, Axel Scheele, Daniel Grinstead



RISING STARS, FALLING STARS - die Filmshow im Kino Arsenal

Kuratiert von Vaginal Davis & Daniel Hendrickson mit Filmen des "Arsenal Institut für Film & Videokunst" im Rahmen des "Living Archive Projekt".

Im Juni 2013: Rising Stars, Falling Stars meets John Blue & The Devil's Blind Spot

ON A CLEAR DAY YOU CAN SEE FOREVER (Film) & JUMPING THE GATE (Concert)

John Blue und Vaginal Davis sind Teilnehmer des Living Archive-Projekts im Arsenal Institut für Film & Videokunst. Nach zwei Jahren Laufzeit mündet dieses Pojekt nun in einem großen Finale. Während Vaginal Davis der Diva Barbara Streisand eine Bühne einräumt, hat John Blue aus unzähligen Filmen des Arsenal-Archivs Klangfragmente gesammelt. Im Rahmen eines Konzerts im Grünen Salon, werden John Blue und seine Band THE DEVIL'S BLIND SPOT ihre Kompositionen aus Musik & Klangfragmenten live aufführen.

Mehr über Mister Blue und Miss Davis, über die Arbeit mit und im Arsenal-Archiv, über das Komponieren von Musik bzw. dem Herstellen von Sinn in einem Wust aus Klängen, und einen merkwürdigen Tanz namens TWERKING in diesem besonderen Audio-Feature.

Living Archive - Das Finale
THE DEVIL'S BLIND SPOT: Jumping the Gate (Konzert)
Volksbühne/Grüner Salon - 29.06.13 - 22h

RISING STARS, FALLING STARS: On A Clear Day You Can See Forever (Film)
Vincente Minelli (USA 1970, 16 mm, OF, 107')
Kino Arsenal - 30.06.13 - 21.30h

www.arsenal-berlin.de
thedevilsblindspot.com
vaginaldavis.com
filmanzeiger.de

Playlist:
New York Philharmonic & Zubin Mehta - Rhapsody In Blue
The Devil's Blind Spot - Keys Monkeys - Trained To See Red
John Blue - Lupins - As Láthair
John Blue - [Untitled - from Jumping The Gate-Project]
The Devil's Blind Spot - Trained To See Red - Trained To See Red
The Devil's Blind Spot - Floatation Devices - Trained To See Red
Vaginal Davis - Black Girl
The Devil's Blind Spot - The Singing Wheels of Babylon - Trained To See Red
The Devil's Blind Spot - Consumed by the Disappearance of... - Trained To See Red
John Blue - [Untitled - from Jumping The Gate-Project]
Pixie Kitchen & Blind Lemon Pledge - Fear Drifts Like Snow - Some Americans

Das Album TRAINED TO SEE RED von The Devil's Blind Spot kann via Bandcamp gekauft werden.

Sprecher: Vaginal Davis, John Blue, Manuel Schubert
Musikauswahl & Produktion: Manuel Schubert
Bild: The Devil's Blind Spot/Arsenal

17. Juni 1953 - Brecht, Müller und die Arbeiter von Ost-Berlin

"Fanatische, hagere, glühende Gesichter"

1987 traf der Schauspieler, Regisseur, Verleger Hans Zischler den Dramatiker, Essayisten, Prosa-Autor und Theater-Regisseur Heiner Müller zu einem Gespräch in West-Berlin. Zischler schnitt das Gespräch zu privaten Zwecken auf Video mit.

Mehr oder minder aus Anlass der bevorstehende 750 Jahr-Feier der Stadt Berlin, gab Müller in dem Gespräch Auskunft über seine Wahrnehmungen von Berlin im Zuge der Jahrzehnte. Angefangen von seinem illegalen Umzug nach Ost-Berlin 1951 bis zu seiner Begleitung von Berthold Brecht und dessen Wirken & Wirkung am Berliner Ensemble.

[flickr/jwpriebe (CC BY-NC 2.0)]

Im Gespräch nimmt der 17. Juni 1953 einen prägnanten Platz ein, haben doch sowohl Müller als auch Brecht die sog. Arbeiteraufstände in Ost-Berlin vor Ort miterlebt. Doch beide teilten offenbar eine völlig andere Wahrnehmung dieser Aufstände, als sie heute von der gesamtdeutschen (also defakto westdeutschen) Erinnerungskultur gepflegt wird.

Im folgenden das Transkript der Gesprächspassagen zum 17. Juni 1953. Entnommen habe ich dieses Gespräch dem äußerst empfehlenswerten mp3-Sammelband "Müller MP3 - Heiner Müller Tondokumente 1927 -1995", erschienen im Alexander Verlag Berlin/Köln 2011.

"Genuß der Entwurzelung" - Heiner Müller und Hans Zischler im Gespräch (Auszug)

...über die illusorischen Wunschvorstellungen Brechts von der Arbeiterklasse und das Erleben des 17. Juni 1953...

Zischler: Die Klasse formiert sich entweder auf eine Weise, die unvorhersehbar ist, bspw. in einer militärischen Maskierung wie 1918/19. Oder sie wird verheizt wie 1939 - 1945 - als Klasse. Oder sie taucht nicht mehr auf, also die Gewerkschaft repräsentiert sie ja nur in dem Maße, wie eine Stellvertretung überhaupt möglich sein kann. Wenn also die einzelnen Arbeiter ausgeblieben sind [zu Aufführungen im BE, die Brecht extra für Arbeiter reservierte und zu denen dann kaum ein Arbeiter erschien.] hatte das sicher unmittelbar einleuchtende Gründe. War denn der Wunsch Brechts einfach nur wirklichkeitsfern oder was drückte der Wunsch aus, oder was verkannte dieser Wunsch Brechts?