Banale Abfolge



ERAGON - DAS VERMÄCHTNIS DER DRACHENREITER; Annehmbar mit 45%!

Der Fluch derer, die zu spät gekommen sind: Herr der Ringe und Harry Potter - Hollywoods Hausnummer in Punkto Fantasy-Literaturverfilmung sind echte Meilensteine der Kinogeschichte. Das zeigt sich immer dann, wenn andere Fantasy-Romane den Weg ins Kino finden. Ob Narnia oder jetzt Eragon, sie alle kranken besonders daran, dass man alles schon einmal irgendwo gesehen hat. Die CGI-Massen(Kampf-)szenen in Herr der Ringe, junge und jugendliche Helden vor großen Herausforderungen in Harry Potter. Sowohl die Bücher von Tolkin als auch von Rowling wurden und werden dabei mit einer solch hohen cineastischen Qualität auf die Leinwand gebracht, dass andere Streifen gnadenlos abstürzen. Stichwort Langeweile! Jüngstes Beispiel ist Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter. 

Verwundert schaut man auf die Lauflänge des Films: 104 Minuten. Zur Erinnerung, fast alle Regisseure von Harry Potter klagten über die massiven Kürzungen, die sie ihrem Werk zufügen mussten, um halbwegs in die Drei-Stunden-Grenze zu passen. Peter Jackson hat sich bei Herr der Ringe dafür – scheinbar - gar nicht erst interessiert und so insgesamt über neun Stunden Film ins Kino gebracht. Hundertvier Minuten Lauflänge scheinen deshalb besonders kurz, und eine ungemütliche Vorahnung beschleicht den Kinogänger. Flop? Jein! Unterm Strich ist Eragon ein Fantasie-Stück auf der Höhe der technischen Möglichkeiten. 

Aber hier liegt das Problem: Der Film ist nicht mehr. Allenfalls eine Leistungsschau der Special-Effect-Teams, die leider einer mitreißenden Geschichte entbehrt. Die Romanvorlage - geschrieben vom damals 15-jährigen Autor Christopher Paolinis - ist zur banalen Abfolge von altbekannten dramaturgischen Kniffen verunstaltet worden, die lediglich eine Jagd nach den Höhepunkten der Vorlage zieren. Zeit, um Luft zu holen, gibt es nicht, einleuchtend, dass so auch die Charaktere blass bleiben. So scheint das (erneuerte) Genre der Fantasy-Verfilmungen mit Eragon allmählich erhebliche Ermüdungserscheinungen zu offenbaren. Bleibt zu hoffen, dass die im Frühsommer 2007 startende Adaptierung von Harry Potter 5 diesen Schein wieder hinwegfegen kann. 

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